© Vladimir Fedotov

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Die Pflege verdient mehr!

 

Das vergangene Jahr hat den Pflegekräften viel abverlangt und auch im kommenden Jahr wird sich die Situation wohl kaum ändern. Unter dem Druck einer Pandemie kämpft die Pflege unter widrigen und gefährlichen Bedingungen um jedes Menschenleben. Doch nicht erst die Pandemie macht den Beruf der Pflege zu einem der schwierigsten Jobs, die es gibt. Lange Arbeitszeiten im Schichtbetrieb und am Wochenende, schlechte Bezahlung und ein enormer Leistungsdruck, verbunden mit einem dramatischen Fachkräftemangel: Solche Probleme und viele weitere gab es in der Pflege schon vor COVID-19 und werden auch danach nicht gelöst sein. Auch ohne Pandemie benötigt Österreich bis 2030 70.000 neue Pfleger*innen.

Klar ist: Klatschen ist nicht genug – die Pflege verdient mehr!

Durch die Corona-Krise haben sich die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich noch weiter verschlechtert. Foto © sabinevanerp_pixabay 

Die genannten Probleme ziehen sich durch sämtliche Pflegeberufe – von der Heimhilfe bis zur Gesundheits- und Krankenpflege stehen die Arbeiter*innen, und damit unser gesamtes Pflegesystem, unter Druck. Wie wichtig und gleichzeitig wie wenig gewürdigt dieser Beruf ist, wird daran deutlich, dass Österreich Busse mit osteuropäischen Heimhilfen und Pflegeassistenzen einfahren lassen muss, um den Pflegebedarf auch während der Pandemie decken zu können. Es ist kein nachhaltiges System, sich auf billige Arbeitskräfte zu verlassen, die aufgrund mangelnder Perspektiven aus ihren Heimatländern nach Österreich kommen, um schlecht bezahlte Knochenjobs anzunehmen. Das System baut darauf auf, dass es anderen schlechter geht als uns!
Pflegekräfte hält es zudem oft nicht lange im Beruf: Zu gering die Bezahlung und Wertschätzung, zu groß die Verantwortung, zu hart die Bedingungen. Wir wollen, dass Pflegekräfte ihre Arbeit gern und gut ausführen können – mit einer angemessenen Bezahlung und unter angemessenen Umständen.

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30-Stunden-Woche bei vollem Lohn

In der Pflegearbeit dominieren Nachtdienste, Wochenendarbeit und Bereitschaftsdienste. Diese zusätzliche Belastung muss durch insgesamt kürzere Arbeitszeiten ausgeglichen werden. Die damit einhergehende Reallohnerhöhung reduziert außerdem die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen und werten den Pflegeberuf gesellschaftlich auf. Darüber hinaus muss es mehr Möglichkeiten für Altersteilzeit in der Pflege geben. Dadurch können auch ältere Pflegekräfte trotz der schweren Belastung, die der Beruf mit sich bringt, länger im Arbeitsleben bleiben.

Reduzierter Betreuungsschlüssel

In Österreich kommen auf 1.000 Einwohner*innen 6,9 Pflegekräfte – weit weniger als etwa in Deutschland (12,9) oder in der Schweiz (17,2). Dadurch stehen Pflegekräfte in Österreich unter enormem Druck, die Qualität der Behandlung leidet. Das ist schlecht für die Patient*innen und schlecht für das psychische Wohl ihrer Pfleger*innen. Eine Absenkung des Betreuungsschlüssels, also des Zahlenverhältnisses zwischen Pflegekräften und den von ihnen betreuten Personen, ist notwendig, um die Qualität zu erhöhen und die Pflegekräfte zu entlasten.

Psychische Gesundheit für alle Pflegenden

Die Pflege verlangt den Menschen viel ab. Der Umgang mit Kranken und Sterbenden sowie deren Familien, aber auch die Frustration, die eigene Arbeit nicht richtig ausüben zu können, weil es an Mitteln und Zeit fehlt, sind eine beträchtliche psychische Belastung. Eine gute psychologische Betreuung hingegen kann zu einem gesünderen und längeren Berufsleben beitragen und Burnouts vorbeugen. Deswegen braucht es Supervisionen und garantierte psychologische Betreuung für alle, die in der Pflege arbeiten.

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Ausbildung aufwerten – Zukunft absichern

Um den zukünftigen Pflegekräftemangel auszugleichen braucht es auch eine attraktive Pflegeausbildung. Ein Entgelt für die Ausbildungszeit, wie dies beispielsweise bei der Polizeiausbildung der Fall ist, kann vielen Menschen einen Einstieg in die Pflege erleichtern. Dadurch können wir die Pflegekräfte finanziell entlasten und den zukünftigen Bedarf an Beschäftigten in der Pflege sichern.

Gute Arbeitsbedingungen in der 24h-Betreuung

Der Pflegebereich ist vielfältig. Der 24-Stunden Betreuung wird dabei als Teil der Pflege oftmals nur wenig Beachtung geschenkt. Gerade in diesem Bereich finden sich aber meist besonders schlechte Arbeitsbedingungen für die verletzlichsten Arbeitnehmer*innen: Lange Arbeitszeiten für wenig Geld und weit verbreitete Scheinselbstständigkeit sind die Markenzeichen dieses Berufsfelds. Auch für die 24-Stunden Betreuer*innen braucht es faire und gerechte Arbeitsbedingungen, die vor allem Sicherheit und gerechte Entlohnung schaffen.

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Jetzt unterschreiben!

Wenn du auch findest, dass die Pflegekräfte in Österreich mehr verdient haben, unterschreibe jetzt die Petition der Solidarität!

24H-Betreuung – die Pflege verdient mehr!

Online-Diskussion mit zwei Expertinnen